Aderalingua

Kapitel 20:

Three explorers explore a long abandoned Hamburg

Advertisement


Vocabulary

die Anspannung the tension
gestützt supported
sich überlagern to operlap
berichten to report
das Murmeln the whisper
die Hoffnung hope
die Verantwortung responsibility
der Mut courage

Kapitel 20


Listen to the Story


Der Morgen ist hell, als sie den letzten Hügel hinaufsteigen. Hinter ihnen liegt der Wald, die Stadt, die Ruinen, die Banditen, das Licht im Fenster—alles, was sie gesehen und erlebt haben. Vor ihnen liegt ihr Dorf, klein, vertraut, ruhig.

„Wir sind da“, sagt Mira leise.

Lukas atmet schwer, aber er lächelt. Jonas fühlt, wie die Anspannung der letzten Tage langsam von ihm abfällt. Die Häuser wirken kleiner als zuvor, aber auch wärmer. Menschen kommen aus den Türen, bleiben stehen, als sie die drei sehen.

„Sie sind zurück!“, ruft jemand.

In wenigen Augenblicken sind sie umringt. Hände greifen nach ihren Armen, nach ihren Rucksäcken, nach Lukas, der gestützt werden muss. Stimmen überlagern sich—Fragen, Erleichterung, Staunen.

„Was habt ihr gefunden?“

„Geht es euch gut?“

„Was ist passiert?“

Sie werden in die große Hütte geführt, wo sich das ganze Dorf versammelt. Das Feuer brennt hell, und die Luft ist warm. Jonas setzt seinen Rucksack ab—endlich. Mira hilft Lukas hinzusetzen. Dann beginnt das Erzählen.

Sie berichten von allem.

Vom Kaufhaus.

Von der Bibliothek.

Von den Büchern, die sie mitgebracht haben.

Von den Samen.

Von den Banditen.

Vom Licht im Fenster.

Von den Spuren anderer Menschen.

Die Dorfbewohner hören still zu, manche mit offenen Mündern, manche mit Tränen in den Augen. Als Jonas vom Wissen in der Bibliothek spricht, wird es ganz still.

„So viel… Wissen?“, fragt die Älteste.

Jonas nickt. „Mehr, als wir tragen konnten. Mehr, als wir in einem Leben lesen könnten.“

Mira tritt vor. „Wir müssen zurück. Nicht sofort, aber bald. Und nicht nur wir drei. Wir brauchen Gruppen. Mehr Leute. Mehr Augen. Mehr Mut.“

Lukas hebt die Hand. „Es gibt andere da draußen. Wir haben Spuren gesehen. Ein Lager. Ein Licht. Vielleicht Dörfer wie unseres. Vielleicht Menschen, die Hilfe brauchen. Oder Menschen, die uns helfen können.“

Ein Murmeln geht durch die Menge. Hoffnung. Angst. Neugier.

Jonas öffnet seinen Rucksack und legt die vier Bücher auf den Tisch. Die Seiten wirken im Feuerlicht fast heilig.

„Wir müssen eine Bibliothek bauen“, sagt er. „Hier. Bei uns. Damit das Wissen nicht verloren geht. Damit wir lernen können. Damit wir wachsen können.“

Die Älteste sieht ihn lange an. Dann nickt sie. „Es ist Zeit. Wir haben zu lange nur überlebt. Jetzt müssen wir wieder leben.“

Ein leises Murmeln geht durch den Raum. Ein Gefühl breitet sich aus—warm, stark, neu.

Hoffnung.

Mira lächelt. „Wir haben Angst. Aber wir haben auch Mut.“

Lukas legt eine Hand auf die Bücher. „Und wir haben Verantwortung.“

Jonas sieht in die Runde, zu den Menschen, die er kennt, die er liebt. „Wir haben Angst“, sagt er. „Aber wir haben auch Hoffnung.“

Und in diesem Moment wissen sie alle:

Dies ist nicht das Ende ihrer Reise.

Es ist der Anfang von etwas Größerem.

Reading Comprehension Exercises

Here are some questions to help you start thinking in German.